Fortbildung Natürlich verbunden. Lern- und Lebensprozesse in der Natur begleiten

„Natur tut gut!“ Viele Studien belegen mittlerweile die Wichtigkeit von Naturkontakt und Naturverbindung, sowohl für das eigene körperliche und emotionale Wohlergehen wie auch für berufliche Kontexte.

In dieser dreiteiligen Fortbildung erkunden wir Wege und Methoden, wie wir in Verbindung treten und durch die Verbundenheit den eigenen Platz im großen Netz des Lebens bewusster einnehmen können. Gleichzeitig erweist sich das eigene Verbunden-Sein als Grundvoraussetzung dafür, auch andere Menschen auf diesem Weg begleiten zu können.

In Kooperation mit der Naturschule Deutschland e.V.

Dieses Verbunden-Sein hat mehrere Dimensionen:

  • Verbindung mit der natürlichen (Mit-)Welt: sich dieser Verbindung wieder bewusst werden und sie stärken – in der Natur heimisch werden, sich dort zu Hause fühlen – grundlegendes Wissen und Fertigkeiten über das „Draußen-Leben“ kennenlernen und erwerben.
  • Verbindung mit anderen Menschen (Gemeinschaft): gemeinschaftsstiftende Elemente, Prinzipien und Kommunikationsformen erfahren – miteinander und voneinander lernen.
  • Verbindung mit mir selbst: Wege zu einer tieferen Beziehung mit sich selbst kennenlernen – sich selbst im Spiegel der Natur erfahren – mit Hilfe der Natur an Themen und Herausforderungen arbeiten, die das Leben gerade bietet

Neben einer eigenen äußeren und inneren Reise in eine tiefere Verbundenheit geht es in der Fortbildung auch darum, Werkzeuge und Methoden an die Hand zu bekommen, um andere Menschen und Gruppen auf diesem Weg zu begleiten.
Dabei arbeiten wir mit Methoden der Prozessbegleitung in der Natur, der Wildnispädagogik und des Councils.

Struktur, Ablauf, Termine
Die Fortbildung umfasst 7 Seminartage mit insgesamt 75 Unterrichtseinheiten und ist nur als Ganzes belegbar.

Fr 23. bis So 25. April 2021
Grundlagen des Lebens in der Natur

An diesem Wochenende geht es um die grundlegenden Bedürfnisse des Lebens in der Natur. Das Ziel ist hierbei nicht, einfach nur zu überleben („Survival“), sondern sich draußen wohl und zu Hause zu fühlen, gut für das eigene Wohlbefinden sorgen zu können und dies auch anderen zu ermöglichen. Themen sind dabei u.a. Feuermachtechnik und Feuerkunde, Nahrung in der Natur finden und Kochen am Lagerfeuer, Bau einer einfachen Schutzbehausung, Wasser finden und aufbereiten, Herstellung von Gebrauchsgegenständen, einfaches Naturhandwerk. Diese Kenntnisse dienen auch als Basis für die weiteren Seminare.

Fr 11. bis So 13. Juni 2021
Auf dem Weg zur tiefen Naturverbindung

Aufbauend auf dem einfachen Leben in der Natur liegt der Fokus dieses Wochenendes darauf, Wege zu erfahren, um in die eigene tiefe Naturverbindung zu treten und Methoden kennenzulernen, diese bei anderen Menschen zu ermöglichen. Zentral sind dabei die sogenannten Kernroutinen der Wildnispädagogik u.a. Schulung der Sinne, die Sprache der Natur und der eigene Sitzplatz. Wir werden diese kennenlernen und anwenden. Außerdem werden wir mit Tieren, Bäumen und Pflanzen in Beziehung treten, ihre Heilkraft erfahren und praktisch anwenden.

Do 22. bis So 25. Juli 2021
Mensch im Spiegel der Natur

An diesem Wochenende werden wir unsere Wahrnehmung verstärkt nach innen richten und in sogenannten “Schwellengängen” die Natur als Spiegel des eigenen Erlebens erfahren. Dabei können persönliche Anliegen mit Hilfe der Natur geklärt und Erkenntnisse über sich selbst und das Leben gewonnen werden. Im anschließenden “Spiegeln” der Geschichten lernen wir eine Methode kennen, die auf wertschätzende Art die Essenz und tiefere Bedeutung eines Naturerlebnisses wiedergibt.
Grundlage für die Arbeit ist das Lebens- oder Medizinrad. Dieses ist ein Anschauungsmodell, das Orientierung gibt über Zyklen und Prozesse der Natur und gleichermaßen über Lebensphasen und Prozesse in der menschlichen Entwicklung. Die Arbeit mit dem Rad kann dabei ein wertvolles Hilfsmittel sein für das eigene Leben, für eine tiefe Naturverbindung und für die Begleitung von Menschen.

Ziele:

  • meine Verbindung zur Natur, zu mir selbst und zu anderen Menschen stärken: für mich selbst und als Grundlage für die Arbeit mit Menschen in der Natur
  • praktische Fähigkeiten erlernen, um mich mit einer Gruppe in der Natur für einige Tage einzurichten
  • Möglichkeiten, Methoden und Werkzeuge kennen lernen, wie Naturaufenthalte mit unterschiedlichen Schwerpunkten gestaltet werden können
  • erfahren und üben, wie ich mit Unterstützung der Natur andere Menschen in ihren individuellen Prozessen und mit ihrem Potenzial begleiten kann
  • erfahren und üben, wie ich Gemeinschaftsprozesse in der Natur begleiten kann

Inhalte:

  • Grundlagen des Lebens in der Natur: Einrichten eines Aufenthaltsplatzes, Feuer, Wasser, Unterschlupf, Essbares in der Natur finden, Kochen am Feuer, Gefahren in der Natur
  • Wesentliche Kernroutinen aus der Wildnispädagogik: Sitzplatz, Fortbewegung in der Natur, Schulung der Sinne und Erweiterung der Wahrnehmung, Geschichte des Tages, Danksagung
  • Coyote Teaching und Mentoring als Lehrmethode
  • Natur als Spiegel, Schwellengänge in der Natur
  • Die „Vier Schilde“ („Medizinrad“ oder „Lebensrad“) in der Tradition der School of Lost Borders
  • Grundlagen des wertschätzenden Spiegelns von Geschichten
  • Council/ Redekreis als Kommunikationsform und gemeinschaftsbildendes Element

Adressaten/Adressatinnen:
Die Fortbildung richtet sich an Menschen, die die Arbeit mit der Natur in ihre Arbeit und/oder in ihrem persönlichen Umfeld einbringen möchten, z.B. in pädagogischen und therapeutischen Berufsfeldern: (Sozial-)Pädagogen/-innen und Sozialarbeiter, Erzieher/innen, Natur-, Wald- oder Erlebnispädagogen/-innen, in der Umweltbildung Tätige, Erwachsenenbildner/innen und Coaches im Bereich Persönlichkeitsentwicklung.
Gleichermaßen willkommen sind Menschen, die im Privaten der Natur einen größeren Stellenwert geben möchten, die ihre eigene Naturverbindung sowie ihr Wissen über Natur und Menschen erweitern und vertiefen möchten.

Anforderungen
Für eine Teilnahme setzen wir voraus:

  • eine körperliche und psychische Verfassung, die es erlaubt, an den Wochenenden unter den einfachen Bedingungen des Seminarortes teilzunehmen
  • die Bereitschaft, sich auf eine Gruppe mit ihren Prozessen einzulassen
  • die Bereitschaft, sich auch zwischen den Seminaren mit den Inhalten aktiv zu beschäftigen

Teilnehmerzahl:
12-20 Personen

Abschluss:
Die Teilnehmenden erhalten, sofern sie regelmäßig teilgenommen haben, eine detaillierte Teilnahmebestätigung, die über den Inhalt und Umfang der Fortbildung Auskunft gibt.

Förderprogramme des Bundes und der Länder
Für die Fortbildung kann man unter Umständen einen Zuschuss zu der Kursgebühr bekommen. Das ist unter anderem abhängig vom Wohnsitz, Einkommen und der beruflichen Situation. Bund und Länder haben hierfür verschiedene Förderprogramme aufgelegt.
Informationen zur Bildungsprämie des Bundes gibt es auf www.bildungspraemie.info
Eine Übersicht über die Förderprogramme der Bundesländer findet man unter
https://www.test.de/Leitfaden-Weiterbildung-finanzieren-Weiterbildung-zahlt-sich-aus-4886405-0/

Anmeldeschluss: 12.03.2021

Die Anmeldung erfolgt über:
Naturschule Deutschland e.V.
Büro Erbstetten
Im Laubert 17, 71576 Erbstetten, Tel.: 07191-9619478
E-Mail: hieber@naturschule.de
www.naturschule.de

  • Termine:
    • Freitag, 23. April 2021 um 16 Uhr bis Sonntag, 25. April 2021 um 15 Uhr
    • Freitag, 11. Juni 2021 um 16 Uhr bis Sonntag, 13. Juni 2021 um 15 Uhr
    • Donnerstag, 22. Juli 2021 um 16 Uhr bis Sonntag, 25. Juli 2021 um 15 Uhr
  • Ort: Alle Seminare finden auf einem schönen Waldzeltplatz in der Nähe von 78098 Triberg im Schwarzwald statt. Dort gibt es eine Feuerstelle, frisches Quellwasser aus dem Brunnen und ein Plumpsklo. Wir werden zelten und uns ein einfaches Camp einrichten.
  • Preis: Kursgebühr: € 840,–, bei Anmeldung bis drei Monate vor Kursbeginn € 795,– (Frühbuchpreis). Zuzüglich zur Kursgebühr entstehen verbindliche Kosten für Unterkunft und Verpflegung in Höhe von € 55,– pro Wochenende (letztes Seminar € 80,–).

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